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Investitionen
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Ein Strategieplan zur Diversifizierung der Wirtschaft Abu Dhabis, mit dem die einseitige Abhängigkeit vom Öl überwunden werden soll, plant für die nächsten fünf Jahre staatliche Ausgaben im Wert von mindestens 167,5 Milliarden USD. Der größte Teil dieses Budgets (51%) ist für Bauprojekte veranschlagt, weitere 20% für den Tourismus, 10% für das produzierende Gewerbe und 6% für die Strom- und Wasserversorgung. Die restlichen 13% der Gesamtausgaben dienen zur Förderung der Öl- und Gasindustrie.

Quelle: Industrie- und Handelskammer von Abu Dhabi

Der Immobilien- und Baubereich ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor in Abu Dhabi. 2005 wurde ein neues Gesetz erlassen, das es VAE Bürgern zum ersten Mal erlaubt, Grund und Boden zu erwerben und zu verkaufen. Bürger der Staaten des Golfkooperationsrates dürfen in bestimmten Gegenden (Freehold) Grundeigentum erwerben, während andere Ausländer in diesen Gebieten Immobilien für 99 Jahre leasen können (vergleichbar dem deutschen Erbbaurecht). Die Neuregelung erzeugte einen regelrechten Boom in der Branche. Auch wenn dieser Schritt erst einige Jahre nach Dubai erfolgte, in dem das fieberhafte Wachstum im Immobilienbereich schon 2002/03 begann, ist Abu Dhabi fest entschlossen, diesen Rückstand durch die Größe der geplanten Projekte schnell aufzuholen. 2007 trug der Bausektor insgesamt fast 11 Milliarden USD zum Bruttoinlandsprodukt des Emirats bei, und wenn man den Analysten glauben darf, werden Bau- und Immobilienprojekte in Abu Dhabi längerfristig 270 Milliarden USD oder sogar mehr erreichen.

Die meisten Milliarden-Dollar-Entwicklungsvorhaben sind auf den Inseln Al Reem und Saadiyat angesiedelt. Weitere Projekte liegen am Stadtrand von Abu Dhabi (z.B. Al Raha Beach und Khalifa City) und im Stadtzentrum (z.B. „The Gate“ und Danet Abu Dhabi). Neben dem Bau dieser vornehmen Apartment- und Bürohochhäuser, Villen und Luxushotels werden auch zahlreiche Siedlungen für die weniger betuchten Anwohner des Emirats errichtet.

Die meisten dieser Projekte werden zwischen 2008 und 2011 oder etwas später fertiggestellt, so dass Abu Dhabi dann mindestens einer halben Million Menschen ein neues Zuhause bieten kann. Auf kurze Sicht wird die Nachfrage das Angebot jedoch weit übertreffen. Zum Beispiel waren für 2007 nur 1.100 neue Wohnungen geplant, während die Nachfrage bei nahezu 21.900 lag. 2008 werden deutlich mehr Neubauten zur Verfügung stehen (ca. 11.000, also etwa 10 mal mehr als 2007). Aber auch diese Zahl bleibt noch weit hinter der geplanten Anzahl von insgesamt 24.000 Wohnungen zurück.

Der Immobilienmarkt von Abu Dhabi konzentriert sich außerdem zunehmend auf abgeschlossene Wohnsiedlungen, die den Anwohnern in der Nähe ihres Arbeitsplatzes auch andere Einrichtungen wie Einkaufszentren, Krankenhäuser und Kliniken, Schulen und Erholungszentren bieten. Diese Entwicklung führt zwangsläufig dazu, dass – insbesondere in Regionen, die den angestrebten Standards des Emirats noch nicht entsprechen – gleichzeitig auch neue Stromversorgungs-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen verlegt und neue Straßen und Brücken gebaut werden müssen.

Die aktuellen Investitionen in der Tourismusindustrie beinhalten unter anderem den 8 Milliarden USD teuren Flughafenausbau. Der Rest der insgesamt 32 Milliarden USD, die für die kommenden fünf Jahre für den Tourismus vorgesehen sind, fließt in den Bau von Megaprojekten für Vergnügungsparks und Luxushotels.

Ausländische und private Investitionen

Auch wenn das geplante Investitionsbudget für die kommenden fünf Jahre vorrangig aus der Staatskasse finanziert wird, sind ausländische Anleger doch überaus willkommen. In den vergangenen Jahren haben internationale Investoren fast 2 Milliarden USD in die einheimische Wirtschaft gepumpt, und diese Zahl wird sich auf mittlere Frist voraussichtlich verfünffachen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Behörde für die Soderwirtschaftszonen, die 2004 in Abu Dhabi ins Leben gerufen wurde. Die Behörde hat die Förderung ausländischer Investitionen zum Ziel. Eines der Hauptziele der Behörde ist die Schaffung von mehr als 30 Gewerbezentren, um die Wirtschaft des Emirats weiter zu diversifizieren, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und Abu Dhabi als „weltklasse Industrie-, Dienstleistungs- und Logistikzentrum“ zu etablieren.

Ende 2005 hatten sich in den neuen industriellen Zentren „Industrial Cities of Abu Dhabi“ 1 und 2 (ICAD 1 und 2) auf einem 25 Quadratkilometer großen Gelände in der Nähe des Gewerbezentrums von Mussafah bereits mehr als 120 Unternehmen angesiedelt. Das geplante Investitionsvolumen dieser Unternehmen liegt bei über 2,5 Milliarden USD. Die ICAD und andere Industrieparks in Abu Dhabi sind für unterschiedliche Industriezweige ausgelegt – von der Metallverarbeitung über die chemische und petrochemische Industrie, die Nahrungsmittelindustrie, das Baugewerbe, die Holzverarbeitung und Möbelindustrie bis hin zur Herstellung von Öl- und Gasförderanlagen sowie Fahrzeugen.

Unter Leitung der Abu Dhabi Airports Company wird gegenwärtig die Freihandelszonenbehörde von Abu Dhabi (Abu Dhabi Free Zone Authority - ADFZA) errichtet. Wie in den meisten bereits bestehenden Freihandelszonen der anderen Emirate werden Unternehmen, die sich bei der ADFZA registrieren, von einigen Auflagen des Gesellschaftsrechts der VAE ausgenommen. Es wird keine 51% Beteiligung von VAE-Bürgern verlangt - 100% des Kapitals kann ausländischen Eignern gehören, es werden verschiedene Steuervergünstigungen gewährt, und der gesamte Gewinn kann ins Ausland transferiert werden. Die Freihandelszonen bieten außerdem schnellere Bearbeitungsverfahren für Gewerbeanmeldungen sowie andere staatliche Dienstleistungen. Mit der Ausnahme von Bankdienstleistern können sich alle Gewerbebetriebe, die keine negativen Umweltbelastungen verursachen, in den Freihandelszonen ansiedeln.

Eine weitere Freihandelszone wird von der Jebel Ali Free Zone Authority mit einem Budget von 2,5 Milliarden USD in Abu Dhabi aufgebaut. Die neue Khalifa Port and Industrial Zone wird 2009 eröffnet und wird den alten Hafen von Mina Zayed ersetzen.

Auslandsinvestitionen

In den vergangenen Jahren hat Abu Dhabi dank der außerordentlich hohen Ölpreise gewaltige finanzielle Mittel von vermutlich 600 bis 850 Milliarden USD ansammeln können. Dieser Reichtum wird von verschiedenen Investmentfonds wie dem einflussreichen Abu Dhabi Investment Council (ADIC) und der Abu Dhabi Petroleum Investment Company strategisch verwaltet und weltweit angelegt.

Die Geschäftstätigkeit des ADIC gehört zu den am besten gehüteten Geheimnissen der Welt. Es wird allgemein angenommen, dass die Gesellschaft nach der Bank von Japan der weltweit zweitgrößte Investor ist. Die einzige publizierte Beteiligung des ADIC war die Übernahme eines 600 Millionen USD teuren Anteils an der börsennotierten US-Beteiligungsgesellschaft Apollo Management im Jahre 2006.

Informationen über die Investitionen von Mubadala, einer Investmentgesellschaft der Regierung von Abu Dhabi, sind dagegen viel leichter erhältlich. Zu den bekanntesten internationalen Käufen von Mubadala im Jahr 2006 gehörte die Übernahme von 35% am italienischen Flugzeugbauer Piaggio Aero, von 5% an Ferrari, von 25% am niederländischen Fuhrparkmanagement-Unternehmen LeasePlan sowie eines nicht bezifferten Anteils an neun Ölförderstellen in Libyen.

Etisalat, das führende Telekommunikationsunternehmen Abu Dhabis, hat ebenfalls verschiedene Beteiligungen an regionalen Firmen erworben.

Börse Abu Dhabi

Die Börse Abu Dhabi (ADSM) wurde 2000 gegründet, um den Wertpapierhandel innerhalb des Emirats und mit dem Ausland zu vereinfachen. Im August 2007 waren 59 Unternehmen vor allem aus dem Banken- und Versicherungsbereich an der ADSM gelistet. Industrie und Immobiliengewerbe sind ebenfalls stark vertreten, während sich der Rest aus Firmen der Öl- und Gaswirtschaft, des Hotel- und Gaststättengewerbes, des Telekommunikationswesens, der Verbrauchsgüterindustrie sowie des Dienstleistungssektors zusammensetzt. 2006 betrug die Marktkapitalisierung der ADSM 80,743 Milliarden USD. Es wurden insgesamt 11,30 Millionen Aktien umgesetzt, was einem Handelsvolumen von etwa 70,5 Milliarden USD entspricht.

Im Juni 2007 unterzeichnete die ADSM eine Vereinbarung mit der Börse von Bahrain, um die Hinterlegung, Abwicklung und den Abgleich der Wertpapiere von an beiden Börsen gehandelten Unternehmen weiter zu vereinfachen.

*Stand: August 2007

Quelle: www.adx.ae

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